Temu-Erfahrungen 2024

Temu-Erfahrungen 2024 – Shopping-App im Überblick und mögliche Risiken

Wer regelmäßig in den sozialen Medien unterwegs ist, wird bereits von ihr gehört haben – der Schnäppchen-App Temu. „Shoppe wie ein Milliardär“ verspricht der Slogan der beliebten Plattform, die sich auf einem der ersten Ränge der beliebtesten Apps bewegt. Doch was kann die Plattform wirklich und wo sehen Verbraucherschützende mögliche Risiken? Temu-Erfahrungen 2024 – Shopping-App im Überblick und mögliche Risiken.

Die Shopping-App Temu wirbt mit verschiedenen Produkten. Die Preise sind extrem niedrig. So können beispielsweise eine Smart-Watch ab 14 Euro, Airpods ab 5 Euro und ein Set Sneaker-Socken bereits ab 40 Cent erworben werden. Auf diesem Online-Marktplatz werden Produkte aller Art verkauft. Hier finden Nutzende elektronische Geräte, Kleidung, Wohnaccessoires oder Küchen- sowie Beautyprodukte. Versandkosten gibt es im Übrigen keine. Die Produkte werden teilweise zu Preisen angeboten, die kaum realistisch wirken. Daher fragen viele Nutzende zurecht nach der Seriosität der Schnäppchen-App.

Die Marke Temu im Überblick

Temu wurde laut eigenen Angaben im Jahr 2022 in Boston, Massachusetts, als digitale Shopping-Plattform gegründet. In den Vereinigten Staaten zählt Temu mittlerweile zu den erfolgreichsten Online-Marktplätzen, genauso wie Amazon und Shein. In Deutschland sieht es ähnlich aus. So verzeichnet Google Trends einen deutlichen Anstieg im Hinblick auf die Suchanfragen seit Ende 2023.

Google Trends-Screenshot
Google Trends-Screenshot

Personen, die über Temu bestellen, erhalten Waren direkt vom Händler. Die Schnäppchen-App verfügt im Gegensatz zu Amazon über keinen Warenlagerbetrieb, sondern dient ausschließlich als Shopping-Marktplatz, der gänzlich ohne Zwischenhändler auskommt.

Wer steckt hinter der Marke Temu?

Darüber hinaus liefert das Impressum der Temu-Website weitere Hinweise zur Herkunft der Marke. Hinter dem Online-Marktplatz steht das Unternehmen Whaleco Technology Limited. Dieses ist in Irland ansässig, hat seinen Ursprung jedoch in China.

Die Plattform ist eine Tochtergesellschaft von „Pinduoduo“, einem chinesischen E-Commerce Unternehmen. Ein Großteil der Ware auf Temu kommt daher auf direktem Weg aus China, da sich hier ein umfangreiches Netzwerk an chinesischen Herstellenden tummelt.

Wie funktioniert die Marke Temu?

Was den Namen der Marke betrifft, so steht die Abkürzung „Temu“ für „Ti-mu“ und bedeutet so viel wie „team up, price down“. Das heißt, wenn mit anderen zusammenarbeitet wird, können noch günstigere Preise erreicht werden. Personen, die ihren Freundeskreis der App hinzufügen, profitieren demnach von mehreren Gutscheincodes, die ebenfalls weitergegeben werden können. Je mehr Personen ein Produkt kaufen, desto niedriger wird also der Preis. Aus diesem Grund teilen zahlreiche Influencer und Influencerinnen aktuell ihre Gutscheincodes für Temu mit ihrer Community.

Die unschlagbar niedrigen Preise und die hohen Preisnachlässe machen den Online-Marktplatz für viele Verbrauchende attraktiv. Zusätzliche Rabatte bis zu 95 % und Gratisversand sind bei Temu keine Ausnahme, sondern der Regelfall. Daher stellt sich die Frage, wie seriös die Shopping-App wirklich ist und wo genau der Haken steckt.

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Temu-Erfahrungen 2024 – mögliche Risiken

Bei der Marke Temu handelt es sich um eine Shopping-Plattform, die vor allem für Schnäppchenjäger und -jägerinnen verlockend klingt. Leider sind mit dem Unternehmen jedoch einige Probleme und Risiken verbunden, die Personen kennen sollten, bevor sie sich die App auf das Smartphone laden oder Produkte bestellen.

Sind die Produkte von Temu gefährlich?

Auf dem Online-Marktplatz von Temu werden elektronische Produkte angeboten, deren Sicherheit nicht überprüft wurde. Ein fragwürdiger Aspekt, der auf Plattformen wie Wish oder Alibaba ebenfalls vernachlässigt wird. So fehlt bei Produkten aus dem elektronischen Bereich häufig das CE-Zeichen gänzlich oder es handelt sich um eine Fälschung.

Ende 2023 kaufte der Verband Toys Industries of Europe (TIE) über Temu 19 Spielzeuge im Rahmen eines Testkaufs. Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DSVI) stellte fest, dass 95 % der erworbenen Produkte ein Sicherheitsrisiko für Kinder darstellten. Diese Resultate seien besorgniserregend.

Laut dem Testergebnis erfüllten 18 der Spielzeuge nicht die Spielnormen der EN 71-Reihe, während keines dieser Produkte den geltenden Vorschriften für Spielzeug in der EU entsprach. Beispielsweise lag der Gehalt des Halbmetalls Bor in einem Schleimspielzeug 11-mal über dem gesetzlichen Grenzwert. Bei anderen Produkten existierte das Risiko, dass Kinder an Kleinteilen ersticken oder sich verletzen könnten.

Es besteht zudem die Möglichkeit, dass Kleidungsstücke und Produkte, die mit Nahrungsmitteln in Berührung kommen, Schadstoffe enthalten, die in der EU ebenfalls nicht zugelassen sind.

Temu-Erfahrungen 2024 thematisieren Anbietende

Personen, die etwas über den Online-Marktplatz Temu kaufen, schließen keinen Kaufvertrag mit der Plattform oder der irischen Whaleco Technology Limited ab. Der Vertragspartner bzw. die Vertragspartnerin sind die Anbietenden selbst. Vor dem Kauf sind die Informationen zu dieser Quelle jedoch rar.

Der Großteil der handelnden Personen ist in China ansässig, was die Situation in diesem Fall leider etwas undurchsichtiger macht. Als verbrauchende Person kann es durchaus schwierig sein, geltende Rechte in Bezug auf eine Beschwerde durchzusetzen. Hier könnte es in Zukunft zu weiteren Schwierigkeiten kommen.

Verstößt Temu gegen EU-Rechte?

Innerhalb der EU verfügen Verbrauchende über ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Es gibt eine strenge Regelung dafür, wie dieses Widerrufsrecht auszusehen hat, welche Formulierungen erforderlich sind und welche Ausschlüsse für Online-Shops möglich sind. Abweichungen können, wenn überhaupt, nur zugunsten von Verbrauchenden umgesetzt werden. Anweisungen, die von Temu wohl mehrfach verletzt wurden.

So sei es zum Beispiel nicht möglich, Produkte, die als nicht umtauschbar gekennzeichnet sind oder von der Verpackung befreite Kleidungsstücke, zurückzusenden. Rechtlich betrachtet, ist dieser Vorgang jedoch ausgeschlossen.

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Temu-Erfahrungen 2024 – Nutzende sind oft unzufrieden

Nutzende der Shopping-App Temu berichten über das Bewertungsportal Trustpilot von teilweise minderwertiger Ware, die völlig unbrauchbar sei. Temu-Erfahrungen, die problematische Rücksendungen thematisieren und darüber informieren, dass die bestellte Ware sehr lange unterwegs war oder gar nie angekommen sei, finden sich ebenfalls im Bewertungsportal.

Die allgemeine Trustpilot-Bewertung beträgt 3,1 Sterne von 5. Auffällig ist jedoch, dass viele der 5-Sterne-Bewertungen Gutscheincodes beinhalten. Ob die sehr guten Bewertungen tatsächlich authentisch sind und nicht Rückschlüsse auf Werbemaßnahmen seitens Temu geben, bleibt fraglich. Gleichzeitig gibt es oft auch einen Trend, dass vor allem unzufriedene Kundschaft eine Bewertung veröffentlicht.

Erfahrungen aus dem WDR-Magazin „Servicezeit“

Zudem führte das WDR-Magazin „Servicezeit“ einen Probeeinkauf bei Temu durch und stellte fest, dass einige Produkte bei Ankunft bereits durch den Transport in einer dünnen Plastikhülle beschädigt worden waren. Zudem sei aufgefallen, dass Waren wesentlich kleiner waren als auf den Produktfotos dargestellt.

Zusätzliche Defizite fanden sich wohl im Bereich der Handhabbarkeit wider. So fehlten oder waren keine deutschen Bedienungsanleitungen für elektronische Produkte vorhanden. Eventuell können aber einige zufriedene Kundinnen und Kunden darüber hinwegsehen, solange der Preis so niedrig ist.

Wie beurteilen Nutzende die Werbemaßnahmen von Temu?

Personen, die sich die Shopping-App Temu heruntergeladen haben, berichten teilweise von einer Flut an Benachrichtigungen. Diese betreffen neue Angebote und Werbe-Mails. Bereits kurze Zeit nach der Anmeldung scheint das teils aggressive Online-Marketing in Gang gesetzt zu werden, das zu Käufen aller Art animieren soll.

Dies mag für den Großteil der Nutzenden lediglich etwas unangenehm sein. Andere Personen könnten auf diese Art jedoch in eine gewisse Kaufsucht geraten. In jedem Fall werden Nutzende dazu angeregt, mehr Geld auszugeben, als sie eigentlich wollen oder es benötigen würden.

Fallen bei Temu zusätzliche Zoll- und Einfuhrumsatzsteuern an?

Personen, die online außerhalb der EU einkaufen, dürfen einige Überraschungen erwarten. Dies bezieht sich nicht nur auf unsichere Lieferzeiten, sondern auch auf schwierig zu berücksichtigende Einfuhrabgaben, die der Paketdienst bei der Lieferung fordert.

Die Einfuhrumsatzsteuer und der Zoll können einen scheinbar unkomplizierten Online-Bestellungsvorgang erheblich erschweren. Erhoben wird die Einfuhrumsatzsteuer ab einem Wert von 5,26 Euro. Zollgebühren werden wiederum ab einem Wert von 150 Euro fällig. Im Fall einer Retoure ist es zudem aufwendig, die genannten Gebühren erstattet zu bekommen.

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Wie agiert Temu mit personenbezogenen Daten?

Laut Angaben der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) interessiert sich Temu gezielt für die personenbezogenen Daten von Nutzenden. Diese sollen auch für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Ein erstes Alarmsignal liefert bereits die Anmeldung über die App. Temu fordert hierbei viele Zugriffe, welche die Kamera, das Mikrofon, Fotos und das Adressbuch von Nutzenden betreffen.

Dies sind Forderungen, die Datenschutzexperten und -expertinnen mit Sorge betrachten. Daher warnen sie Nutzende und raten von einer Installation der App auf dem Smartphone eher ab.

Temu-Erfahrungen 2024 – die Schnäppchen-App auf dem Prüfstand

Der Online-Marktplatz Temu lockt mit extrem niedrigen Preisen und einer Produktauswahl, die keine Grenzen zu kennen scheint. Die zahlreichen Rabattcodes und der kostenlose Versand machen die App für Nutzende äußerst attraktiv. Wie bei allen Dingen, die zu schön erscheinen, gibt es jedoch auch hier einige Haken.

So berichten Nutzende immer wieder von negativen Erfahrungen, welche die Lieferzeit oder die Produkte selbst betreffen. Zudem erfüllen viele der Produkte keine europäischen Standards und können häufig nicht als „sicher“ eingestuft werden. Auch die persönlichen Daten von Nutzenden sollen für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Dies ist einer der Gründe, weshalb die Verbraucherzentrale Bundesverband Temu mittlerweile sogar abgemahnt hat.

Dennoch sollte jede Person für sich selbst entscheiden können, ob sie der Schnäppchen-App eine Chance geben mag. Einige der genannten Risiken existieren in jedem Online-Shop und so ist die Kaufentscheidung auch in diesem Fall durch nichts zu beeinflussen und wird allein gefällt.

Artikelbild: temu.com-Screenshot im Mai 2024; Keywords: Temu-Erfahrungen 2024

Über den Autor/die Autorin
Steffi ist Marketingexpertin und leidenschaftliche Bloggerin. Auf Online-Durchstarter schreibt sie über Themen der Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Entwicklungen.

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